PCT Tag 115-120: Oh, Oregon

Die Nacht auf Mittwoch verbrachten Frank, Iron und ich bei einer Frau names Leslie. Sie sprach Iron, die ich in den letzten Tagen immer wieder auf dem Trail gesehen habe, beim Einkaufen an und bot uns allen an bei ihr zuhause zu übernachten. Leslie war sehr freundlich, grosszügig und wir verbrachten einen tollen Abend mit einem feinen Nachtessen bei ihr. Es überrascht mich immer wieder, wie grosszügig und hilfsbereit wildfremde Menschen auf dem Trail sind!

Nach einem feinen Morgenessen bei Leslie, habe ich den restlichen Morgen in einem Cafe verbracht und nach dem Mittag war es recht schwierig per Autostopp wieder zurück auf den Trail zu kommen. So war ich erst um 15 Uhr wieder auf dem Trail. Frank blieb den gesamten Tag in Sisters, da er seine Pakete für Washington vorbereiten musste. Bis 22 Uhr bin ich noch 29 Kilometer bis Meile 2019 (Km 3249) weit gelaufen. Falls ich früher stoppte, hätte ich warscheinlich sowieso nicht schlafen können, da ich noch zuviel Energie gehabt hätte ;-). In dieser Nacht war der Himmel so klar wie schon lange nicht mehr. Da der Mond erst nach Mitternacht aufgegangen ist, konnte ich in der Dunkelheit extrem viele Sterne, die Milchstrasse und sogar Satelliten sehen!

Am nächsten Tag lief ich an der Westseite des Mount Jefferson vorbei. Die Landschaft rund um diesen inaktiven Vulkan war sehr eindrücklich. Als ich nach dem Mittag auf einem Kamm unterwegs war, konnte ich in der Ferne das erste Mal den schneebedeckten Mount Hood sehen. Es dauerte aber noch zwei Tage und weitere 100 Kilometer, bis ich am Fuss des höchsten Berges in Oregon war. Den Rest des Tages war ich dann ohne Aussicht im Wald unterwegs und ich war am Abend bei Meile 2050 (Km 3299) an einem kleinen See.

Tags darauf lief ich, mehrheitlich im Wald ohne grosse Aussicht, 60 Kilometer. Am Abend, als ich schon fast am meinem Zeltplatz bei Meile 2087 (Km 3359) war, war ich sehr erstaunt, als plötzlich eine coole Aussicht auf den nun schon sehr nahen Mount Hood hatte!

Vorgestern war es am Morgen recht bewölkt und es sah zeitweise so aus, als ob es zu regnen beginnen würde. Beim Aufstieg zur Timberline Lodge, die auf 1800 MüM direkt oberhalb der Baumgrenze am Mount Hood liegt, wurde das Wetter aber besser und die Wolken verzogen sich langsam. Nur ein kleiner Hut aus Wolken hielt sich noch lange über der Bergspitze! Beim anschliessenden Abstieg durchquerte ich mehrere Canyons die sehr speziell und eindrücklich aussahen. Danach ging es noch einmal auf einen schmalen hügeligen Kamm auf ungefähr 1200 MüM hinauf, auf dem ich dann auch bei Meile 2122 (Km 3415) stoppte. Im sonst eher flachen Oregon war dieser Tag mit über 2300 Hm Aufstieg einer der anstrengendsten.

Gestern Sonntag waren es noch 40 Kilometer nach Cascade Locks. Die Aussicht auf dem Kamm war wunderschön und ich konnte neben einem riesigen Waldbrandgebiet um mich herum in der Ferne mehrere schneebedeckte Berge sehen. Unter anderem den Mount St. Helens, dem bei einem Vulkanausbruch im Jahr 1980 über 400 Meter der Bergspitze abgesprengt wurden! Der anschliessende Abstieg nach Cascade Locks, das noch auf 38 MüM liegt, war sehr steil. Auf nur sechs Kilometer Länge führte der Trail über 900 Hm nach unten und es ging recht in die Knie.

Nun bin ich bereits an der Grenze zu Washington. Für die 690 Kilometer von Ashland nach Cascade Locks habe ich 14 Tage gebraucht und nun sind es noch 800 Kilometer bis nach Kanada! Frank ist heute auch hier angekommen und nach einem Tag Pause werden wir morgen früh zusammen weiterlaufen. Ich bin sehr gespannt wie die Landschaft in Washington sein wird, da ich von Oregon ein bisschen mehr erwartet hätte. Ich hätte nicht gedacht, dass ich so viele Kilometer ohne Aussicht im Wald unterwegs sein würde, was einen Teil der Tage für mich recht langweilig gemacht hat. Es gab allerdings auch einige sehr eindrückliche Sachen wie den Crater Lake, die Three Sisters Wilderness und alle diese markanten Vulkane.

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