PCT Tag 1-5: Auch der weiteste Weg beginnt mit einem ersten Schritt!

Southern Terminus

Da war er nun also. Der Moment, auf den ich mich die letzten Wochen und Monate vorbereitet hatte: Ich stand am südlichen Endpunkt des Pacific Crest Trails an der mexikanischen Grenze! Im Bus von San Diego nach Campo habe ich bereits die ersten zwei Hiker kennengelernt. Zusammen liefen wir die drei Kilometer von der Bushaltestelle bis zum südlichen Endpunkt des PCT’s an der Grenze. Dort machten wir ein paar Fotos und trugen unsere Namen in das erste Trail Register ein. Danach ging es auch schon los. Zuerst wieder zurück nach Campo und dann in die hügelige Wüste von Kalifornien. Den ganzen Tag über traf ich auf andere Hiker und ich machte sogleich ein paar neue Bekanntschaften. Am Abend stellte ich mein Zelt am Hauser Creek bei Meile 15 (Km 24) auf. Da es in der letzten Zeit viel geregnet hat, führen die meisten Bäche Wasser und ich konnte meinen Wasservorrat dort wieder auffüllen.

Am nächsten Morgen ging es für mich um ungefähr 8 Uhr wieder weiter. Nach etwa zwei Stunden kam ich am kleinen Dorf Lake Morena vorbei. Ich entschloss mich aber gleich weiter zugehen. Um der grössten Hitze des Tages zu entkommen, machte ich an einem schattigen Platz fast zwei Stunden Mittagspause. Am Nachmittag war ich die meiste Zeit alleine unterwegs, bis ich um ca. 17 Uhr mein Zelt im Fred Canyon bei Meile 32 (Km 51) aufstellte.

Da es in der Nacht und am Morgen regnete, musste ich meine Sachen nass in den Rucksack packen. Ich lief bereit um 7 Uhr los, weil ich gegen Mittag in Mount Laguna sein wollte. Dort angekommen ass ich im einzigen Restaurant des Dorfes einen sehr feinen Burger mit Pommes. Bevor ich zurück auf den Trail ging, kaufte ich in einem kleinen Laden ein. Viel musste ich allerdings nicht haben, da ich mich in San Diego recht überschätzt hatte und das meiste noch für weitere zwei bis drei Tage reichen sollte. Danach lief ich noch weitere 10 Kilometer, bis ich mein Zelt am späteren Nachmittag bei Meile 48 (Km 77) an einem windigen Platz mit einer sehr schönen Aussicht aufstellte. Die restliche Zeit verbrachte ich mit Zeitung lesen, Fotos sortieren und Netflix.

Gestern war es den ganzen Tag über sehr windig. Dazu kam der stetige Wechsel zwischen Sonne und Wolken, so dass ich , egal was ich gerade an hatte, immer entweder zu kalt oder zu heiss hatte. Nach dem Mittag musste ich meinen Wasservorrat auf 8 Liter aufstocken, weil ich für die nächsten 30 Kilometer kein Wasser erwarten konnte. Nach einem letzten Aufstieg stellte ich mein Zelt am Abend bei Meile 66 (Km 106) an einem sehr schönen Platz auf.

Heute Morgen waren es noch 18 Kilometer bis nach Scissors Crossings bei Meile 77 (Km 124). Von dort aus ging es per Autostopp ins ca. 20 Kilometer entfernte Dorf Julian. Das Pärchen, dass mich mitnahm hatte leider keinen Platz mehr in ihrem Pick-Up, so dass ich hinten auf der Ladefläche mitfahren „musste“ ;-). Nun sitze ich bei Mom’s Pie im Restaurant und geniesse den Apfelkuchen, den jeder PCT-Hiker hier gratis bekommt. Heute Abend werde ich wieder per Hitch zurück auf den Trail gehen und dann nach Warner Springs weiterlaufen.

Mit der körperlichen Belastung auf dem Trail komme ich bis jetzt sehr gut zurecht. Ich achte jedoch darauf nicht mehr als 25 Kilometer zu laufen. Meine Beine fühlen sich gut an und auch mit den Füssen habe ich keine Probleme. Einzig durch das Gewicht des Rucksacks haben mir die ersten zwei Tage die Schultern und der Nacken geschmerzt. Da ich jetzt jedoch besser einschätzen kann, wieviel ich an einem Tag Essen und Trinken mag, kann ich beim Einkaufen und Wasser auffüllen besser darauf achten was ich mitnehme, so dass ich nicht unnötiges Gewicht tragen muss.

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